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Offensive Mittelstand: Steuerberater sind kompetente Partner in betriebswirtschaftlichen Fragen

v.l.n.r. Prof. Dr. Oliver Kruse, Prof. Dr. Winfried Schwarzmann, Prof. Dr. Patrick Lentz (Offensive Mittelstand), Harald Elster (DStV-Präsident), Prof. Dr. Susanne Homölle (Universität Rostock), Dr. Holger Stein (BStBK-Vizepräsident), Peer-Oliver Vilwock (BMAS)


Steuerberater sind die kompetenten Partner des Mittelstands auch in betriebswirtschaftlichen Fragen. Dieses positive Resümee zogen die Vortragenden der sehr gut besuchten gemeinsamen Veranstaltung des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV) und der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) am 20. November 2015 im Berliner „Haus der Verbände“, darunter DStV-Präsident Harald Elster, BStBK-Vizepräsident Dr. Holger Stein sowie Benjamin Mikfeld, Leiter der Abteilung I des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Veranstaltung bildete den Abschluss der im März 2013 ins Leben gerufenen Kooperation der beiden Berufsorganisationen mit der Offensive Mittelstand, einem Partnernetzwerk, das aus der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales begründeten „Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)“ hervorgegangen ist.

Ziel der Kooperation war es, Steuerberaterinnen und Steuerberatern Unterstützung dabei zu bieten, die betriebswirtschaftliche Beratung besser in das Beratungsportfolio ihrer Kanzleien zu integrieren. In besonderen Schulungen wurden ihnen hierzu der INQA-Unternehmens-Check „Guter Mittelstand“ und das speziell im Rahmen der Kooperation entwickelte betriebswirtschaftliche Beratungstool als Instrumente vorgestellt, die es den Berufsangehörigen in der Praxis erleichtern sollen, ihr betriebswirtschaftliches Know-how nutzbringend in die Mandantenunternehmen zu tragen.

Hier – so Elster weiter - liege der besondere Mehrwert dieser Instrumente. Steuerberaterinnen und Steuerberater seien für viele mittelständische Unternehmen bereits heute die ersten Ansprechpartner und engste Vertraute, die in ständigem Dialog mit den Unternehmern stehen, wenn es beispielsweise um Fragen der zukünftigen Entwicklung, des Leistungsportfolios, notwendiger Investitionen, möglicher Einstellung von neuen Mitarbeitern und deren Unternehmensbindung sowie Finanzierungsfragen geht. Auch bei Zukunftsfragen, etwa zum Aufbau eines geeigneten Nachfolgers aus der Unternehmerfamilie, kenne der Steuerberater aufgrund der häufig langjährigen Beziehungen „seine“ Unternehmen so gut wie kein anderer.

Dr. Holger Stein, Vizepräsident der BStBK ergänzte, sowohl der INQA-UnternehmensCheck als auch das betriebswirtschaftliche Beratungstool seien als „Türöffner“ quasi prädestiniert, um den Mandanten abseits der rein steuerlichen Fragen eine unternehmensspezifische Beratung anzubieten. Die Teilnehmerzahlen in den zahlreichen Schulungen des zurückliegenden Jahres, bei denen Umgang mit diesen Instrumenten im Fokus stand, hätten die Erwartungen beider Berufsorganisationen bei weitem übertroffen. Bis heute seien bereits mehrere hundert Steuerberaterinnen und Steuerberater in besonderen Schulungsveranstaltungen durch die regionalen Steuerberaterkammern und –verbände zu Beratern der Offensive Mittelstand geschult worden.

Das große Interesse im Berufsstand an diesen Instrumenten hob auch der Vertreter der Offensive Mittelstand, Prof. Dr. Patrick Lentz, von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld nochmals hervor und verwies dabei auf die positiven Anmeldezahlen für eine weitere Schulung, zu der der Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg gemeinsam mit den beiden regionalen Steuerberaterkammern am Nachmittag eingeladen hatte. Mit den Instrumenten sei es den Projektpartnern erfolgreich gelungen, für die Berufsangehörigen eine praxisgerechte Beratungslösung zu entwickeln, um den Einstieg in die betriebswirtschaftliche Beratung für KMU leichter gestalten zu können.

Ein positives Resümee des Kooperationsprojektes mit der Offensive Mittelstand zog auch der Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Benjamin Mikfeld. Als „McKinsey der kleinen und mittelständischen Unternehmen“ (KMU) komme den Steuerberatern eine Schlüsselfunktion zu, um eine qualifizierte betriebswirtschaftliche Beratung zielgerichtet in den Mittelstand zu tragen. Seinen ausdrücklichen Dank an den DStV und die BStBK für das Engagement im Rahmen des Kooperationsprojektes mit der Offensive Mittelstand verband er zugleich mit dem Wunsch, die erfolgreiche Arbeit auch nach Ablauf der Projektlaufzeit weiter fortzuführen. Dies wurde durch die beiden Kooperationspartner DStV und BStBK sogleich aufgegriffen. „Wir gehen davon aus, dass die durch die Projektarbeit gesetzten Impulse auf regionaler Ebene weiter wirken und dauerhaft die betriebswirtschaftliche Beratung durch die Steuerberater stärken“, bestätigten übereinstimmend Dr. Stein und Elster.

Abgerundet wurde die Abschlussveranstaltung schließlich durch einen Fachvortrag von Prof. Dr. Susanne Homölle von der Universität Rostock zum Thema „Risikomanagement in KMU als Mittel der Arbeitsplatzsicherung“. Sie hob hervor, dass ein Risikomanagement in Unternehmen grundsätzlich „Chefsache“ sei. Insbesondere Steuerberater seien hier gefordert, in KMU notfalls diese Rolle zu übernehmen, um bei Unternehmern ein ausreichendes Risikobewusstsein zu schaffen. Die Vortragsunterlagen sind unter www.dstv.de abrufbar.

24.11.2015