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Neuer europäischer Rechtsrahmen für Abschlussprüfer veröffentlicht – DStV begleitet Umsetzung

Neuer europäischer Rechtsrahmen für Abschlussprüfer veröffentlicht – DStV begleitet UmsetzungDer neue Europäische Rechtsrahmen, bestehend aus einer Richtlinie über die Abschlussprüfung sowie einer Verordnung über die Besonderheiten bei Abschlussprüfungen von Unternehmen von öffentlichem Interesse, wurde am 27.05.2014 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Besonders im Bereich der Abschlussprüfungen nach § 319a HGB werden sich weitreichende Änderungen in der Berufsausübung ergeben, aber auch die Prüfungen nicht kapitalmarktorientierter Unternehmen wird von Änderungen nicht verschont bleiben:

Maßnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit von Prüfern von Unternehmen von öffentlichem Interesse

Im Bereich der Abschlussprüfungen von Unternehmen von öffentlichem Interesse, zu denen nach neuer Definition neben kapitalmarktorientierten Unternehmen auch Banken und Versicherungen zählen, wurden Maßnahmen getroffen, die die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers stärken sollen. So ist die gleichzeitige Erbringung von Abschlussprüfung und Beratungsleistungen an diese Unternehmen nur noch sehr stark eingeschränkt möglich. Die in der Verordnung enthaltene Liste verbotener Tätigkeiten umfasst neben der juristischen Beratung auch die Lohnabrechnung und Steuerberatung. Weiterhin soll der verpflichtende Wechsel des Prüfers spätestens nach einem Zeitraum von 10 Jahren für mehr Unabhängigkeit sorgen.

Berufsaufsicht durch vom Berufsstand unabhängige Stelle

Grundsätzlich sieht die Verordnung die Berufsaufsicht durch eine berufstandsunabhängige Stelle vor. Nach der heutigen Organisation wäre dies in Deutschland die Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK). Es bestehen aber auch Delegationsmöglichkeiten für Aufgaben, die nicht die § 319a-Prüfungen sind. Somit könnte, bei weitreichender Nutzung dieser Möglichkeiten, die Berufsaufsicht im Bereich der § 319-Prüfungen weiterhin durch die Wirtschaftsprüferkammer organisiert werden. Lediglich die Letztverantwortung über diesen Bereich müsste der APAK zugestanden werden.

Chancen für kleinere Praxen und mittelgroße Kanzleien.

Im Bereich der gesetzlichen Abschlussprüfung außerhalb der Unternehmen von öffentlichem Interesse bleibt die gleichzeitige Beratung des Mandanten weiterhin möglich. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da gerade mittelständische Mandanten eine ganzheitliche Dienstleistung erwarten. Der Wirtschaftsprüfer kann mit breitem betriebswirtschaftlichem und steuerlichem Wissen punkten. Weiterhin verlangt die Richtlinie eine Regelung, nach der das Prüfungsteam nicht aus anderen bei diesem Mandanten erbrachten Leistungen bezahlt werden darf. Damit wird die Praxis, die Abschlussprüfung mit niedrigen Preisen als Türöffner für lukrative Beratungsaufträge zu benutzen, schwieriger.

Spielräume im Umsetzungsprozess erfordern Einsatz für den Berufsstand

Die weit reichenden Mitgliedsstaatenwahlrechte und Freiheiten der Staaten in der Organisation von Berufsausübung und –aufsicht bergen die Gefahr, dass die Interessen der kleinen Praxen und mittelgroßen Kanzleien nicht in ausreichendem Maße im Umsetzungsprozess Eingang finden. Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. bringt sich daher schon jetzt aktiv im Dialog mit dem Bundeswirtschaftsministerium in die Neugestaltung des nationalen Rechtsrahmens ein.

Verpflichtende Anwendung der internationalen Prüfungsstandards ISA

Bedeutend für den Prüfungsalltag wird die vorgesehene verpflichtende Anwendung der internationalen Prüfungsstandards ISA. Die Richtlinie sieht vor, dass nationale Prüfungsstandards nur noch angewendet werden dürfen, wenn kein ISA in diesem Bereich von der Europäischen Kommission zugelassen wurde. Diese Tatsache stärkt die Notwendigkeit internationaler Arbeit. Der DStV setzt sich zusammen mit der European Federation of Accountants and Auditors for SMEs (EFAA) für KMP-freundliche Regelungen gegenüber dem Standardsetzer IFAC ein.

Stand: 28.05.2014