Inhalt
Der Abgeordnete des Europarechtsparlaments Richard Howitt, welcher ebenfalls an dem Treffen teilnahm, betonte, dass die EU die Bedeutung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Europa erkannt hat und diese in vielen Bereichen wie der Rechnungslegung sowie nun auch im Bereich des nachhaltigen und sozial verantwortlichen Handelns in den Fokus nimmt. Howitt sieht die Dienstleister, welche für die Unternehmen die Bilanzen erstellen, also Steuerberater und Rechnungslegungsexperten, als optimale Vermittler von umwelt- und sozialverträglichem unternehmerischem Denken.
Wissenschaftlich begleitet wurde das Treffen von Dr. Laura Spence, der Leiterin des Forschungszentrums für Nachhaltigkeit an der Royal Holloway Universität London. Dr. Spence beschrieb, dass nach dem Ergebnis ihrer Forschungen die Motivation der KMUs zu umwelt- und sozialverträglichem Handeln in erster Linie aus persönlicher Initiative der Mitarbeiter und des Managements stamme und nur zu sehr geringem Umfang durch gesetzliche Vorgaben und andere externe Faktoren wie dem Wettbewerbsmarkt stimuliert werde. Sie plädierte dafür, zunächst im Bereich der Überwachung des Energieverbrauches anzusetzen, da hier am schnellsten Erfolge zu erreichen seien.
Kommissionsvertreter Thomas Dodd von der Generaldirektion Unternehmen und Industrie erläuterte, dass KMU keine geringere Verantwortung im Bereich der Umwelt und des sozialen Handels haben als große Unternehmen. Nach Schätzungen seien KMU in Europa insgesamt für 70% der Umweltbelastungen verantwortlich. Rechnungslegungsexperten seien glaubwürdige Wissensvermittler und könnten auch diejenigen Manager erreichen, welche nicht allein durch innere Überzeugung sozialverantwortliches Handeln motiviert würden, sondern durch Zahlen und Fakten.
Kommissionsvertreterin Imola Bedo von der Generaldirektion Umwelt betonte, dass KMU bei ihrem Umweltengagement in der Regel nicht sehr formell vorgingen. Die Europäische Kommission biete im Rahmen des EMAS-Projektes (Eco-Management and Audit Scheme) einfache Umweltzertifizierungen an. Insbesondere das „EMAS easy“-Zertifikat biete eine einfache graphische Methode an, welches es Managern auch ohne umfangreiches Spezialwissen ermögliche, in ihrem Unternehmen Verbesserungspotentiale zu lokalisieren.
Dass sich Verbesserungen im Bereich des Energieverbrauches eines Unternehmens auch gut in Zahlen darstellen lassen, demonstrierte der auf „Green Accounting“ spezialisierte Engländer David Wilsdon, der eine vereinfachte Methode zu Erfassung sämtlicher CO²-Emmissionen von KMU darstellte. Er erläuterte, dass die Mandanten, auch nach teilweise vorherrschender anfänglicher Skepsis, nach Einführung dieser Analyse und den erkennbaren Fortschritten begeistert seien.
DStV-Europarechtsreferent Matthias Kschammer betonte in der Diskussion gegenüber Kommissionvertreter Jeroen Hooijer von der Generaldirektion Binnenmarkt, dass den KMU nicht durch neue Regelungen und insbesondere Berichtspflichten im Bereich der CSR ein erhöhter Bürokratieaufwand entstehen dürfe. Die vorgestellten Studien hätten eindrucksvoll belegt, dass vor allem freiwilliges Handeln die Hauptmotivation der Unternehmer sei. Information und Förderung müssten daher im Vordergrund stehen.
Kritik kam von dem europäischen Verband der KMU, UAPME, welcher darauf hinwies, dass das Grünbuch Abschlussprüfung bereits die Frage enthielt, ob die CSR zum zwingenden Prüfungsumfang gehören solle. Dies impliziere, dass auf diesem Gebiet zwingende Berichtspflichten für KMU geplant seien. Hooijer betonte, dass die Frage offen zu verstehen sei und hier durch die Europäische Kommission noch keine Entscheidung getroffen wurde.
Das Treffen fand in den Räumen und unter der Schirmherrschaft der englischen Partnerorganisation des DStV, der ACCA (Association of Chartered Certified Accountants), statt. Die ACCA ist gemeinsam mit dem DStV Mitglied in der EFAA (European Federation of Accountants and Auditors for SMEs). RA Matthias Kschammer vertrat bei dem Treffen sowohl die EFAA als auch den DStV.
Der DStV wird auch an den künftigen Diskussionen aktiv teilnehmen und im Rahmen der laufenden Konsultation der Europäischen Kommission zur Offenlegung von Informationen nicht-finanzieller Art durch Unternehmen im Januar 2011 Stellung beziehen.
Gespräch mit der EU Kommission
DStV-Europarechtsreferent Matthias Kschammer sprach am 1.12.2010 mit hochrangigen Kommissionsvertretern der drei Generaldirektionen Unternehmen und Industrie, Umwelt und Binnenmarkt über Förderungsmöglichkeiten, neue Umweltrichtlinien und mögliche Berichtspflichten im Bereich der „Corporate Social Responsibility (CSR)“.Der Abgeordnete des Europarechtsparlaments Richard Howitt, welcher ebenfalls an dem Treffen teilnahm, betonte, dass die EU die Bedeutung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Europa erkannt hat und diese in vielen Bereichen wie der Rechnungslegung sowie nun auch im Bereich des nachhaltigen und sozial verantwortlichen Handelns in den Fokus nimmt. Howitt sieht die Dienstleister, welche für die Unternehmen die Bilanzen erstellen, also Steuerberater und Rechnungslegungsexperten, als optimale Vermittler von umwelt- und sozialverträglichem unternehmerischem Denken.
Wissenschaftlich begleitet wurde das Treffen von Dr. Laura Spence, der Leiterin des Forschungszentrums für Nachhaltigkeit an der Royal Holloway Universität London. Dr. Spence beschrieb, dass nach dem Ergebnis ihrer Forschungen die Motivation der KMUs zu umwelt- und sozialverträglichem Handeln in erster Linie aus persönlicher Initiative der Mitarbeiter und des Managements stamme und nur zu sehr geringem Umfang durch gesetzliche Vorgaben und andere externe Faktoren wie dem Wettbewerbsmarkt stimuliert werde. Sie plädierte dafür, zunächst im Bereich der Überwachung des Energieverbrauches anzusetzen, da hier am schnellsten Erfolge zu erreichen seien.
Kommissionsvertreter Thomas Dodd von der Generaldirektion Unternehmen und Industrie erläuterte, dass KMU keine geringere Verantwortung im Bereich der Umwelt und des sozialen Handels haben als große Unternehmen. Nach Schätzungen seien KMU in Europa insgesamt für 70% der Umweltbelastungen verantwortlich. Rechnungslegungsexperten seien glaubwürdige Wissensvermittler und könnten auch diejenigen Manager erreichen, welche nicht allein durch innere Überzeugung sozialverantwortliches Handeln motiviert würden, sondern durch Zahlen und Fakten.
Kommissionsvertreterin Imola Bedo von der Generaldirektion Umwelt betonte, dass KMU bei ihrem Umweltengagement in der Regel nicht sehr formell vorgingen. Die Europäische Kommission biete im Rahmen des EMAS-Projektes (Eco-Management and Audit Scheme) einfache Umweltzertifizierungen an. Insbesondere das „EMAS easy“-Zertifikat biete eine einfache graphische Methode an, welches es Managern auch ohne umfangreiches Spezialwissen ermögliche, in ihrem Unternehmen Verbesserungspotentiale zu lokalisieren.
Dass sich Verbesserungen im Bereich des Energieverbrauches eines Unternehmens auch gut in Zahlen darstellen lassen, demonstrierte der auf „Green Accounting“ spezialisierte Engländer David Wilsdon, der eine vereinfachte Methode zu Erfassung sämtlicher CO²-Emmissionen von KMU darstellte. Er erläuterte, dass die Mandanten, auch nach teilweise vorherrschender anfänglicher Skepsis, nach Einführung dieser Analyse und den erkennbaren Fortschritten begeistert seien.
DStV-Europarechtsreferent Matthias Kschammer betonte in der Diskussion gegenüber Kommissionvertreter Jeroen Hooijer von der Generaldirektion Binnenmarkt, dass den KMU nicht durch neue Regelungen und insbesondere Berichtspflichten im Bereich der CSR ein erhöhter Bürokratieaufwand entstehen dürfe. Die vorgestellten Studien hätten eindrucksvoll belegt, dass vor allem freiwilliges Handeln die Hauptmotivation der Unternehmer sei. Information und Förderung müssten daher im Vordergrund stehen.
Kritik kam von dem europäischen Verband der KMU, UAPME, welcher darauf hinwies, dass das Grünbuch Abschlussprüfung bereits die Frage enthielt, ob die CSR zum zwingenden Prüfungsumfang gehören solle. Dies impliziere, dass auf diesem Gebiet zwingende Berichtspflichten für KMU geplant seien. Hooijer betonte, dass die Frage offen zu verstehen sei und hier durch die Europäische Kommission noch keine Entscheidung getroffen wurde.
Das Treffen fand in den Räumen und unter der Schirmherrschaft der englischen Partnerorganisation des DStV, der ACCA (Association of Chartered Certified Accountants), statt. Die ACCA ist gemeinsam mit dem DStV Mitglied in der EFAA (European Federation of Accountants and Auditors for SMEs). RA Matthias Kschammer vertrat bei dem Treffen sowohl die EFAA als auch den DStV.
Der DStV wird auch an den künftigen Diskussionen aktiv teilnehmen und im Rahmen der laufenden Konsultation der Europäischen Kommission zur Offenlegung von Informationen nicht-finanzieller Art durch Unternehmen im Januar 2011 Stellung beziehen.








