Inhalt
Zum diesjährigen internationalen Steuerkongress in Moskau am 15.-16.12.2010 hatte die Russische Steuerberaterkammer Vertreter des DStV und des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalts sowie der BStBK eingeladen, um Erfahrungen auszutauschen und Vorträge über die Organisationen der deutschen Steuerberater zu hören.
Der Kongress wurde offiziell von der russischen Staatsduma unterstützt, deren Vertreter neben Repräsentanten des russischen Föderationsrates, des Finanzministeriums und der politischen Parteien das Organisationskomitee des Kongresses bildeten und somit auch gewährleisteten, dass alle wichtigen Institutionen vertreten waren.
DStV-Vizepräsident Prof. Dr. H.-Michael Korth erläuterte in seinem Vortrag die Tätigkeitsfelder der deutschen Steuerberater und die Struktur des deutschen Steuerberatungsmarktes. Auch die Herausforderungen, welche sich aus dem europäischen Binnenmarkt mit seinen bislang unzureichend harmonisierten Steuerrechten ergeben, kamen in seinem Vortrag zur Sprache.
Dr. George Alexander Wolf, Hauptgeschäftsführer des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt, stellte die Publikationen des DStV und des Landesverbandes vor. Die russische Steuerberaterkammer plant aktuell ihre Mitgliederzeitschrift „Steuerstreit“ neu zu orientieren und war daher sehr interessiert an den deutschen Medien.
Vertreter russischer Beratungsfirmen gaben einen exklusiven Einblick über die Entwicklung des russischen Steuerrechts und der dazu parallel verlaufenden Entwicklung der Aufgaben der russischen Steuerberater. Von Stalins Zeiten mit einer Sondersteuer für Kinderlose und ohne einen Bedarf an Steuerberatung, über die postsowjetischen Anfänge, in denen die Berater allein die Erfüllung der formellen Pflichten zu gewährleisten hatte, bis hin zu einem komplexen Steuersystem, welches nach modernen Steuerberatern verlangt.
Bevor sich das Berufsbild der Steuerberater entwickelt hatte, wurden diese Aufgaben nach dem Zusammenbruch der UdSSR von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Juristen übernommen. Insbesondere Juristen folgen in der Beratung einem sehr vorsichtigen Ansatz und nehmen eher eine höhere Steuerlast in Kauf, um Rechtssicherheit für ihre Mandanten zu gewährleisten.
Eine gesetzliche Regulierung der Steuerberatung gibt es bislang in Russland nicht. Die Vertreter der russischen Steuerberaterkammer, welche als Verband und nicht als Kammer im deutschen Sinne zu verstehen ist, streben ein Gesetz nach Vorbild des deutschen Steuerberatungsgesetzes an.
Sergey Stogrin, Vertreter der Staatsduma für Steuern, erläuterte die aktuellen Entwicklungen des russischen Steuerrechts. Dies betrifft zum einen Änderungen des formellen Rechts, so sind Banken inzwischen verpflichtet den Finanzbehörden binnen 3 Tagen Auskünfte zu erteilen. Weiterhin regelt ein neues Gesetz die vereinfachte Eintreibung von Geldbußen durch Finanzämter. Bei Geldbußen bis zu 1500 Rubel müssen die Finanzämter nicht mehr ein Gericht anrufen, sondern können sich selbst einen Vollstreckungstitel ausstellen.
Zum anderen stehen zum Jahresbeginn 2011 im materiellen Steuerrecht viele Änderungen bevor. Insbesondere bei den Verbrauchssteuern müssen die Russen mit teilweise deutlichen Erhöhungen zwischen 10% und 13% rechnen. Die Verbrauchssteuer auf Zigaretten wird daher bald das EU-Niveau erreichen. Einnahmen aus der Erhöhung der Steuern auf Benzin werden in regionale Fonds für den Straßenbau fließen. Im Gegenzug soll die KfZ-Steuer um 50% gesenkt werden. Zusätzliche Steuereinnahmen aus Verbrauchssteuer auf Gas würden für den Bau von Wasserkraftwerken eingesetzt.
Auch die olympischen Winterspiele in Sochi 2014 haben bereits jetzt steuerliche Auswirkungen. So werden bestimmte Investitionen in Infrastruktur, wie Flughäfen und Schiffshäfen im Gebiet von Sochi steuerlich begünstigt.
Das russische „Silicon valley“, welches vor den Toren von Moskau in Skolkowo entsteht, wurde zur Sonderwirtschaftszone mit steuerlichen Vorteilen erklärt.
Steuersünder müssen in Russland mit weiteren Verschärfungen rechnen. So legt ein neues Beförderungsgesetz fest, dass erfasste Steuersünder von bestimmten Beförderungen ausgeschlossen werden.
Weitere Redner aus Tschechien, Lettland und der Ukraine nahmen mehrfach Bezug auf den deutschen Steuerberatungsmarkt und hoben hervor, dass sie eine durch ein Steuerberatungsgesetz geregelte Berufsausübung auch für ihre Länder anstreben.
Die russische Steuerberaterkammer ist als Mitglied mit Beobachterstatus in der CFE (Confédération Fiscale Européenne) vertreten, welcher auch der DStV als Mitglied angehört.
Internationaler Steuerkongress Moskau – TaxExpo 2010
Der Berufsstand der Steuerberater hat sich in Russland erst nach dem Zusammenbruch der UdSSR entwickelt. Deutschland gilt für Russland nicht nur als wichtiger Handelspartner, sondern auch als Vorbild im Bereich der Steuerberatung.Zum diesjährigen internationalen Steuerkongress in Moskau am 15.-16.12.2010 hatte die Russische Steuerberaterkammer Vertreter des DStV und des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalts sowie der BStBK eingeladen, um Erfahrungen auszutauschen und Vorträge über die Organisationen der deutschen Steuerberater zu hören.
Der Kongress wurde offiziell von der russischen Staatsduma unterstützt, deren Vertreter neben Repräsentanten des russischen Föderationsrates, des Finanzministeriums und der politischen Parteien das Organisationskomitee des Kongresses bildeten und somit auch gewährleisteten, dass alle wichtigen Institutionen vertreten waren.
DStV-Vizepräsident Prof. Dr. H.-Michael Korth erläuterte in seinem Vortrag die Tätigkeitsfelder der deutschen Steuerberater und die Struktur des deutschen Steuerberatungsmarktes. Auch die Herausforderungen, welche sich aus dem europäischen Binnenmarkt mit seinen bislang unzureichend harmonisierten Steuerrechten ergeben, kamen in seinem Vortrag zur Sprache.
Dr. George Alexander Wolf, Hauptgeschäftsführer des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt, stellte die Publikationen des DStV und des Landesverbandes vor. Die russische Steuerberaterkammer plant aktuell ihre Mitgliederzeitschrift „Steuerstreit“ neu zu orientieren und war daher sehr interessiert an den deutschen Medien.
Vertreter russischer Beratungsfirmen gaben einen exklusiven Einblick über die Entwicklung des russischen Steuerrechts und der dazu parallel verlaufenden Entwicklung der Aufgaben der russischen Steuerberater. Von Stalins Zeiten mit einer Sondersteuer für Kinderlose und ohne einen Bedarf an Steuerberatung, über die postsowjetischen Anfänge, in denen die Berater allein die Erfüllung der formellen Pflichten zu gewährleisten hatte, bis hin zu einem komplexen Steuersystem, welches nach modernen Steuerberatern verlangt.
Bevor sich das Berufsbild der Steuerberater entwickelt hatte, wurden diese Aufgaben nach dem Zusammenbruch der UdSSR von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Juristen übernommen. Insbesondere Juristen folgen in der Beratung einem sehr vorsichtigen Ansatz und nehmen eher eine höhere Steuerlast in Kauf, um Rechtssicherheit für ihre Mandanten zu gewährleisten.
Eine gesetzliche Regulierung der Steuerberatung gibt es bislang in Russland nicht. Die Vertreter der russischen Steuerberaterkammer, welche als Verband und nicht als Kammer im deutschen Sinne zu verstehen ist, streben ein Gesetz nach Vorbild des deutschen Steuerberatungsgesetzes an.
Sergey Stogrin, Vertreter der Staatsduma für Steuern, erläuterte die aktuellen Entwicklungen des russischen Steuerrechts. Dies betrifft zum einen Änderungen des formellen Rechts, so sind Banken inzwischen verpflichtet den Finanzbehörden binnen 3 Tagen Auskünfte zu erteilen. Weiterhin regelt ein neues Gesetz die vereinfachte Eintreibung von Geldbußen durch Finanzämter. Bei Geldbußen bis zu 1500 Rubel müssen die Finanzämter nicht mehr ein Gericht anrufen, sondern können sich selbst einen Vollstreckungstitel ausstellen.
Zum anderen stehen zum Jahresbeginn 2011 im materiellen Steuerrecht viele Änderungen bevor. Insbesondere bei den Verbrauchssteuern müssen die Russen mit teilweise deutlichen Erhöhungen zwischen 10% und 13% rechnen. Die Verbrauchssteuer auf Zigaretten wird daher bald das EU-Niveau erreichen. Einnahmen aus der Erhöhung der Steuern auf Benzin werden in regionale Fonds für den Straßenbau fließen. Im Gegenzug soll die KfZ-Steuer um 50% gesenkt werden. Zusätzliche Steuereinnahmen aus Verbrauchssteuer auf Gas würden für den Bau von Wasserkraftwerken eingesetzt.
Auch die olympischen Winterspiele in Sochi 2014 haben bereits jetzt steuerliche Auswirkungen. So werden bestimmte Investitionen in Infrastruktur, wie Flughäfen und Schiffshäfen im Gebiet von Sochi steuerlich begünstigt.
Das russische „Silicon valley“, welches vor den Toren von Moskau in Skolkowo entsteht, wurde zur Sonderwirtschaftszone mit steuerlichen Vorteilen erklärt.
Steuersünder müssen in Russland mit weiteren Verschärfungen rechnen. So legt ein neues Beförderungsgesetz fest, dass erfasste Steuersünder von bestimmten Beförderungen ausgeschlossen werden.
Weitere Redner aus Tschechien, Lettland und der Ukraine nahmen mehrfach Bezug auf den deutschen Steuerberatungsmarkt und hoben hervor, dass sie eine durch ein Steuerberatungsgesetz geregelte Berufsausübung auch für ihre Länder anstreben.
Die russische Steuerberaterkammer ist als Mitglied mit Beobachterstatus in der CFE (Confédération Fiscale Européenne) vertreten, welcher auch der DStV als Mitglied angehört.








