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EFAA-Konferenz zur Wirtschaftsethik in Rom

EFAA-Konferenz zur Wirtschaftsethik in RomEs waren sehr grundsätzliche Fragen, welche im Rahmen der EFAA-Konferenz vom 9.-10.5.2012 in Rom erörtert wurden. Führt unser Wirtschaftssystem dazu, dass ethisches Verhalten immer weiter in den Hintergrund tritt? Oder ist ethisches Verhalten gar eine Notwendigkeit für den langfristigen Fortbestand von Firmen? Welche Ausprägungen im Innen- und Außenverhältnis spielen insbesondere für den Mittelstand eine praktische Rolle? Ist eine gesetzliche Regulierung förderlich?

DStV-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Axel Pestke verwies in seiner Eröffnungsansprache auf das deutsche Leitbild des ehrbaren Kaufmanns, der sowohl im Innenverhältnis zu seinen Angestellten als Vorbild dient, als auch die gesellschaftliche Dimension seines Handelns berücksichtigt. In der intensiven Diskussion, ob wirtschaftliche Interessen im Konflikt mit ethischen Grundsätzen stehen, fand die Schlussfolgerung der britischen Wirtschaftsethik-Professorin Laura J. Spence breite Zustimmung, dass ein langfristiger Erfolg ethisches Handeln bedinge. Es wurden jedoch auch kritische Stimmen gehört, welche darlegten, dass unethisches Verhalten in der Marktwirtschaft Erfolge zeigt.

Anhand der aktuellen Tendenzen der europäischen und nationalen Gesetzgeber, Ethik-Komponenten auch in der Rechnungslegung zu verankern, stellten die Diskussionsteilnehmer schließlich mehrheitlich fest, dass eine Förderung ethischen Verhaltens weniger durch Abbildung in der Bilanz, als vielmehr durch Verankerung in der Ausbildung erfolgen müsse.

Einen sehr plakativen Vergleich dafür brachte die Professorin Diane Rubin aus San Francisco mit einem Zitat aus dem amerikanischen Bestseller „All I Really Need to Know I Learned in Kindergarten“, der verdeutlicht, dass die grundlegenden Verhaltensweisen, welche wir als Kinder erlernen auch auf ethisches Verhalten in der Geschäftswelt übertragbar sind.


Welche internationale Aufmerksamkeit die EFAA durch ihre weltweiten Kooperationsabkommen inzwischen erreicht, zeigte sich deutlich darin, dass neben EFAA-Mitgliedern nicht nur auf dem Podium Vertreter aus den USA und Asien zu finden waren, sondern auch im Publikum Gäste aus vielen Staaten vertreten waren. Insbesondere die vielen Nachfragen der Vertreter ukrainischer Berufsverbände zur praktischen Umsetzung von ethischen Grundsätzen zeigen, dass die EFAA einen deutlichen Einfluss über die Grenzen der EU hinaus entwickelt.

In der anschließenden Generalversammlung wurde Prof. H.-Michael Korth gemeinsam mit dem aktuellen EFAA-Präsidenten Geoffrey Britton aus England, Hans Rijkse aus den Niederlanden und Marcos Anton Renart aus Spanien erneut in das Board der EFAA gewählt. Neu hinzu kommen die polnische Professorin Anna Karmanska sowie der Italiener Michele Testa.










Stand: 16.5.2012