Aktuelles

Anzeigepflicht für Steuergestaltungsmodelle: Steuerberater mahnen zur Präzision

EU-Reform der Abschlussprüfung vor dem Abschluss

EU-Reform der Abschlussprüfung vor dem AbschlussNachdem in den Trilogverhandlungen am 16.12.2013 eine Einigung zwischen dem Rechtsausschuss des EU-Parlaments, den Vertretern des Rates sowie der EU-Kommission erzielt wurde, könnte die Neufassung der Abschlussprüferrichtlinie sowie der Verordnung über die speziellen Anforderungen an Prüfungen von Unternehmen mit öffentlichem Interesse noch vor der Europawahl im Mai dieses Jahres verabschiedet werden. Die Abstimmung im Europäischen Parlament ist für den 11.3.2014 anberaumt. Über die wichtigsten Änderungen möchten wir einen kurzen Überblick geben:

Einflussmöglichkeiten gewerblicher Investoren bleiben weiter beschränkt

Wie vom Deutschen Steuerberaterverband e.V. (DStV) gefordert, bleibt die Möglichkeit des Einflusses von gewerblichen Investoren auf Wirtschaftsprüfungsgesellschaften weiterhin beschränkt. Demnach bleibt es voraussichtlich bei dem Wortlaut der aktuellen Abschlussprüfer-Richtlinie, welche vorsieht, dass die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungs- oder Leitungsorgans von Prüfungsgesellschaften bis zu einem Maximum von 75 % aus Prüfern oder Prüfungsgesellschaften bestehen muss.

Erhaltung der Möglichkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung im Mittelstand

Der DStV vertritt die Ansicht, dass gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit der gleichzeitigen Prüfung und Beratung durch Wirtschaftsprüfer zu einer guten Entwicklung beträgt und dass ein Verbot für diese Unternehmen zu einer starken Kostenerhöhung führen würde. Daher ist es erfreulich, dass ein Verbot von prüfungsfremden Leistungen bei Prüfungsmandaten ausschließlich für Unternehmen von öffentlichem Interesse vorgesehen ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die

Erbringung dieser prüfungsfremden Leistungen, unter denen auch die Steuerberatung explizit genannt ist, durch den Mitgliedsstaat erlaubt werden. Für die Prüfung von mittelständischen Unternehmen ergeben sich keine Änderungen.

Erhalt der Kammerstruktur ist weiterhin möglich

Nachdem über lange Zeit darüber diskutiert wurde, die Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer in eine vom Berufsstand unabhängige staatliche Stelle einzugliedern, kann nun von einer erfreulichen Entwicklung berichtet werden. Der Kompromisstext erlaubt umfangreiche Delegationsmöglichkeiten auf eine „andere Stelle“. Dies ermöglicht das Fortbestehen der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) als Selbstverwaltungsinstitution, für das der DStV sich stark gemacht hatte. Eine Aushöhlung des Aufgabenbereichs der WPK, die möglicherweise Folgen in allen Bereichen der freien Berufe, auch bei den Steuerberatern, nach sich gezogen hätte, konnte verhindert werden.



Stand: 10.2.2014