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Mittelstandspreis für Günther Oettinger

Mit ideeller Unterstützung des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV) wurde am 8.5.2011 in Berlin dem früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten und heutigem EU-Kommissar für Energie Günther H. Oettinger von der Union Mittelständischer Unternehmen (UMU) der deutsche Elite-Mittelstandspreis 2010 verliehen. Geehrt wurde Oettinger u.a. für sein auf Haushaltssanierung ausgerichtetes Wirken als Leiter der baden-württembergischen Landesregierung und als Mit-Urheber der sog. Schuldenbremse im Grundgesetz. Der DStV war in der Veranstaltung durch seinen Hauptgeschäftsführer vertreten.



Der Präsident der UMU, Hermann Sturm, hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, wie sehr die mittelständische Wirtschaft auf eine verlässliche Energieversorgung und auf verkraftbare Energiepreise angewiesen ist. Insofern besitze das Amt, welches Oettinger heute inne habe, eine zentrale Bedeutung für die zukünftige Entwicklung auch des wirtschaftlichen Mittelstands und damit der Gesamtwirtschaft.

In Anwesenheit des neu gewählten Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff und des ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Andreas Pinkwart verwies Prof. Dr. h.c. Roland Berger, der die Laudatio hielt, darauf, dass mit Oettinger erstmals ein deutscher Ministerpräsident das Amt eines EU-Kommissars übernommen habe. Oettinger übe dieses Amt mit großem Engagement aus. Nicht zuletzt sei er kürzlich von einer Zeitschrift als „voller-Energie-Kommissar“ bezeichnet worden. Auch Dr. Ingo Friedrich, Ehrenmitglied des Europäischen Parlaments, bezeichnete Oettinger als einen würdigen Preisträger.

In seiner Dankesrede verwies Oettinger darauf, dass sein Vater Steuerberater war und dass ihm dadurch mittelständisches Denken sozusagen in die Wiege gelegt worden sei. Er erinnere sich gut, wie er als kleiner Junge mitgefahren sei, um „Buchhaltungen auszufahren“. Schon damals habe er empfunden, wie sehr kleine und mittlere Handwerks-, Dienstleistungs-, Handels- und Industriebetriebe die deutsche Wirtschaft prägen.

Deutschland und Europa stünden vor großem Herausforderungen. Europa sei heute die Betriebsgröße, die man haben müsse, um in der Welt noch gehört zu werden. Ein einzelnes Land könne in diesem Umfeld wenig oder nichts bewegen; dabei ging Oettinger auch auf den Aspekt der Demografie ein. International Einfluss zu nehmen sei aber nur möglich, wenn auch die wirtschaftliche Situation gesichert ist. Insofern sei zu berücksichtigen, dass gerade in Deutschland der Mittelstand das Rückgrat und die wirtschaftliche Basis dafür bildet, dass Deutschland international handlungsfähig ist und hohe Anerkennung genießt. Nachdrücklich appellierte Oettinger deshalb dafür, den Unternehmergedanken in Deutschland und Europa wieder stärker zu fördern. Dies sei insbesondere eine Aufgabe für Familien, Medien, Schulen und Hochschulen.

An der Veranstaltung nahmen auch frühere Preisträger teil, u.a. Christine Scheel, MdB, Mittelstandspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Rezzo Schlauch, ehemaliger Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung.