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1.9.2016: Erneuter Startschuss zur Regelabfrage beim Kirchensteuerabzugsverfahren

DStV-Newsticker Prüfende Berufe 1/15




Qualitätssicherung nach dem APAReG - Ändert sich so viel?


Das APAReG wird nicht nur die Berufsaufsicht über die WPs und vBPs verändern, sondern auch die Berufsausübung und die zugehörige Qualitätssicherung. Doch sind die Änderungen tatsächlich so gravierend, wie teilweise befürchtet wird?

Unterschiedliche Anforderungen bei Prüfungs- und Nichtprüfungspraxen


Die Anforderungen der WPO an die Qualitätssicherung werden zukünftig nach Praxen, die gesetzliche Abschlussprüfungen durchführen und allen anderen Praxen getrennt. Die allgemeinen Anforderungen an Prüfungspraxen sind von der Berufssatzung in die WPO aufgerückt. Für Nichtprüfungspraxen ändert sich dadurch zunächst gar nichts, da die Berufssatzung WP/vBP bisher unverändert ist. Bei der Anpassung der geltenden Vorschriften sollten aber Erleichterungsmöglichkeiten in der Kanzleiorganisation ausgeschöpft werden, denn Nichtprüfungspraxen stellen leider inzwischen die Mehrzahl der Praxen dar. Neue Anforderungen, die speziell für gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen eingeführt werden, sollten nicht auf die Nichtprüfungsleistungen übertragen werden.

Grundsätze der Vergütung und Gewinnbeteiligung


In Verbindung mit den neu in § 55 Abs. 1 WPO aufgenommenen Vorschriften sind zukünftig die bestehenden Regelungen zur Sicherung der Unabhängigkeit zu erweitern. In § 319a HGB-Prüfungen betrifft dies die Beachtung der sogenannten Blacklist, also der Nichtprüfungsleistungen, die nicht neben der Abschlussprüfung erbracht werden dürfen.
Bei allen gesetzlichen Abschlussprüfungen nach § 319 HGB dürfen die zusätzlich zur Abschlussprüfung erbrachten Leistungen die Leistungsbewertung und Vergütung der Personen, die an der Abschlussprüfung beteiligt sind, nicht beeinflussen. Im Ergebnis folgt hieraus, dass die Abschlussprüfungen für sich genommen kostendeckend sein müssen. Eine Mischkalkulation bzw. Quersubventionierung mit anderen Leistungen verbietet sich. Mit Spannung erwarten wir die hierfür notwendigen Dokumentationspflichten, die nach dem Gesetzeswortlaut sowohl die einzelnen Aufträge, als auch die Leistungsbewertung der Mitarbeiter umfassen müsste.

Mitteilungswege für Wistleblower


Es sollen explizit Verfahren im Qualitätssicherungssystem der Praxis vorhanden sein, die es Mitarbeiter unter Wahrung ihrer Identität ermöglichen, Verstöße gegen die Abschlussprüferverordnung oder gegen Berufspflichten oder sonstige strafbare Handlungen und Ordnungswidrigkeit an geeignete Stellen innerhalb der Praxis zu berichten. Im Grunde sollten die notwendigen Voraussetzungen in den Praxen hierfür bereits bestehen, da die VO 1/2006 im Bereich „Umgang mit Beschwerden und Vorwürfen“ Maßnahmen hierfür verlangt.

Abgesehen von der Neuordnung der Vorschriften und den Vorgaben bezüglich der Vergütung der Mitarbeiter sollten Kanzleien mit einem funktionierenden Qualitätssicherungssystem bereits jetzt gut für die Zukunft gewappnet sein.


StB WP Gero Hagemeister
Köln



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