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Zwei Preisträger ausgezeichnet

Am 20.9.2018 wurden in Berlin durch die Union Mittelständischer Unternehmer – Wir Eigentümerunternehmer (UMU) zwei Preisträger für ihre Verdienste um den Mittelstand mit dem Deutschen Elite-Mittelstandspreis 2018 ausgezeichnet: der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil MdL und der Bundestagsabgeordnete Christian Freiherr von Stetten MdB. DStV-Präsident StB/WP Harald Elster nahm in Begleitung seiner Ehefrau an der Veranstaltung teil, des Weiteren DStV-Hauptgeschäftsführer RA/FAStR Prof. Dr. Axel Pestke.

In seiner Laudatio für Ministerpräsident Weil ging Alt-Bundeskanzler Dr. h.c. Gerhard Schröder auf die unterschiedlichen beruflichen Stationen ein, die Weil als Rechtsanwalt, Richter, Beamter, Stadtkämmerer und Oberbürgermeister der Stadt Hannover bereits durchlaufen hat, bevor er zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Dies sei eine für einen Politiker durchaus atypische Biographie. Er kennzeichnete Weil als einen pragmatischen und mittelstandsorientierten Sachkenner, der soziale Verantwortung mit wirtschaftlicher Kompetenz verbinde. An seine Partei gewandt kommentierte Schröder: „Wenn Ihr wissen wollt, wie man Wahlen gewinnt, dann schaut doch einfach mal auf Stephan Weil.“

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier MdB hielt die Laudatio für den zweiten Preisträger, Christian Freiherr von Stetten MdB. Er kenne ihn seit nunmehr 16 Jahren und schätze ihn wegen seines Engagements als Bundestagsabgeordneter, Chef des PKM, Mittelständler und nicht zuletzt auch als Familienunternehmer. Als besonderes Anliegen von Stettens bezeichnete es Altmaier, Bürokratie auf ein notweniges Maß zu beschränken und sie abzubauen, wo immer dies möglich sei.

Ministerpräsident Weil ging in seinen Dankesworten darauf ein, dass der Mittelstand die tragende Säule der deutschen Wirtschaft sei. Er sei qualitätsorientiert und auf Nachhaltigkeit bedacht. Loyalität werde im Mittelstand traditionell groß geschrieben. Die größte Herausforderung für den Mittelstand sah Weil in dem gegenwärtigen und sich teilweise noch verstärkenden Fachkräftemangel. Zur Bewältigung dieses Mangels werde die Bundesrepublik Deutschland auch auf Kräfte von außerhalb setzen müssen.
Freiherr von Stetten dankte Alt-Bundeskanzler Schröder, ebenso wie zuvor Bundesminister Altmaier, für die Agenda 2020. Sie habe den Standort Deutschland aus einer Krise geführt. Von Stetten versprach, sich auch weiterhin dafür einzusetzen, dass mittelständische Unternehmer den Kopf für ihre unternehmerischen Tätigkeiten freihaben und sich nicht ständig über Politik und Bürokratie ärgern müssen.

Der Präsident der UMU, Dr. Yorck Otto, führte aus, dass härtere Zeiten auf die Bundesrepublik Deutschland zukommen und dass man sich deshalb gut werde aufstellen müssen in technologischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Außerdem müsse man politisch bleiben, denn Politik bestimme unser Leben.

In eine ähnliche Richtung argumentierte der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bank AG, Karl von Rohr. Deutschland drohe eine Zäsur. Ein bisher existierender Konsens in Fragen der internationalen Zusammenarbeit werde in Frage gestellt. Gewachsene Wirtschaftsbeziehungen trübten sich ein. Problematisch sei auch die Lage Europas angesichts von Uneinigkeit und Populismus. Seit Jahren entwickele Europa keine Dynamik mehr. Hierdurch sei Europa anfällig geworden. Erforderlich sei eine bessere Standortpolitik, insbesondere auch auf dem Gebiete der Steuern. Rechtsvorschriften müssten weiter harmonisiert werden, z. B. auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes oder des Insolvenzrechts. Für die Finanzmärkte müssten klare und verbindliche Regeln geschaffen werden.

Prof. Dr. Roland Berger fasste zusammen, wie er mittelstandsfreundliche Politik definiere: Sie sei getragen von unternehmerischer Freiheit, wenig Bürokratie, dem Verzicht auf Substanzbesteuerung und dem Bekenntnis zur Leistungsförderung, eine gute Infrastruktur, insbesondere auf dem digitalen Bereich, sowie durch ein zukunftsorientiertes Bildungssystem.

Stand: 12.10.2018