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Wirtschaft 4.0 – DStV bei einem Wirtschaftsgespräch mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Wirtschaft 4.0 – DStV bei einem Wirtschaftsgespräch mit Bundeskanzlerin Dr. Angela MerkelWirtschaft 4.0 oder Gesellschaft 4.0? – So könnte man das Motto und den Verlauf eines von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 4.11.2015 in ihrem Sitzungssaal im Reichstagsgebäude des Deutschen Bundestags veranstalteten Wirtschaftsgesprächs zusammenfassen, an dem auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel teilnahm.

Immer mehr wird deutlich, dass die Digitalisierung zu grundlegenden Umwälzungen nicht nur in der deutschen Wirtschaft führt. Längst geht es um mehr als um reine Produktionsprozesse. Geschäftsmodelle und die gesamte Arbeitswelt vieler Menschen verändern sich tiefgreifend, und zwar mit in Zukunft sicher noch zunehmender Geschwindigkeit.

Vor diesem Hintergrund hatten der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder MdB und der Stellvertretende Vorsitzende Dr. Michael Fuchs MdB weitere Spitzenpolitiker und Experten der Wirtschaft zu einem Gedankenaustausch gebeten, in dessen Mittelpunkt eine Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit einem anschließenden Fachgespräch und eine Podiumsdiskussion standen. Für den DStV nahm Hauptgeschäftsführer RA/FAStR Prof. Dr. Axel Pestke an der Veranstaltung teil.

Die Bundeskanzlerin wies in ihrer Ansprache auf die fundamentalen Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung hin und erklärte, diese Auswirkungen müssten im Geiste der sozialen Marktwirtschaft gelöst werden. Bei der Umstellung auf die neue Produktions- und Arbeitswelt dürfe keine Zeit verloren werden. Hier sei insbesondere auch der deutsche Mittelstand gefordert, sich mit disruptiven Prozessen in diesem Bereich offensiv auseinander zu setzen, um seine technologische und wirtschaftliche Spitzenstellung in der Welt zu bewahren. Auch ältere Menschen, Führungskräfte ebenso wie Arbeitnehmer, müssten sich mühen, sich mit den neuen Technologien und den ihren innewohnenden Chancen vertraut zu machen. Was neue Medien wie Smartboards und ihre Nutzungsmöglichkeiten im Unterricht angeht, müssten, so die Kanzlerin, notfalls auch einmal Schüler ihren Lehrern Unterricht erteilen. Alle seien gefordert. Die Bundesregierung, so die Bundeskanzlerin weiter, sei bemüht, mit der digitalen Agenda und einem institutionalisierten IT-Dialog die Rahmenbedingungen für neue technische Konzepte sachgerecht zu gestalten. Dazu gehörten größere Bandbreiten, eine erhöhte IT-Sicherheit und letztlich auch ein digitaler Binnenmarkt, für den EU-Kommissar Günther Oettinger eine mutige Agenda aufgestellt habe.

In einer anschließenden, von der Journalistin Anke Plättner geleiteten Podiumsdiskussion wurde insbesondere der Wunsch der vertretenen Unternehmen deutlich, die Zahl geeigneter Entwickler über Bildungsinitiativen - weil diese sehr zeitaufwändig sind, aber auch über Zuwanderung entsprechender Experten - deutlich zu steigern, damit die deutsche Wirtschaft die digitalen Umstellungsprozesse zeitgerecht und qualitativ hochwertig konzipieren und umsetzen kann. Des Weiteren sei eine mutigere Finanzierung von Start-up-Unternehmen durch deutsche Kreditinstitute wünschenswert.

Stand: 11.11.2015