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EFAA-Studie zum Einfluss der IFRS auf nationale Rechnungslegungsstandards erzeugt große Resonanz



Die europäische Föderation der Rechnungsleger und Wirtschaftsprüfer für KMUs (EFAA) hat am 28.3.2017 in Brüssel eine Studie zum Einfluss der internationalen Rechnungslegungsstandards IAS/IFRS auf die nationalen Bilanzierungsregeln vorgestellt. An dem runden Tisch nahmen Vertreter nationaler und internationaler Standardsetzer, der Europäischen Kommission und des EU-Parlaments sowie Berufsangehörige teil.

Studie zeigt klaren Einfluss der IFRS auf nationale Bilanzierungsregeln
Anhand der nationalen Bilanzierungsstandards in fünf europäischen Staaten untersuchte die EFAA die Übereinstimmungen und Unterschiede mit den internationalen Vorgaben und damit den Einfluss der IFRS. Im Fokus standen hierbei wichtige, nicht einheitlich durch die Europäische Bilanzrichtlinie vorgegebene Ansatz- und Bewertungsvorschriften. Die Konvergenz reicht von 59 % in Deutschland bis zu 72 % in Großbritannien. Als Gründe für eine Angleichung der Vorschriften finden sich oft die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Vergleichbarkeit der Bilanzierungsregeln. In Deutschland wurde dies vornehmlich durch das BilMoG im Jahr 2009 verwirklicht.

Vorstellung sorgt für positive Resonanz bei allen Stakeholdern
Die Herausgeber des Berichts, Marie Lang (Technische Direktorin der EFAA) und Richard Martin (Vorsitzender der EFAA-Expertengruppe für Rechnungslegung), stellten die Ergebnisse vor. Das Ausmaß der bereits erreichten Konvergenz sorgte bei allen Stakeholdern für Erstaunen. Die Studie sei die erste, die den Einfluss der IFRS auf die lokalen Bilanzregeln nachweist.
Eine erste Analyse der Ursachen zeigt einen Zusammenhang des Regelungsgehalts der Bilanzrichtlinie mit dem Übereinstimmungsgrad: Die IFRS werden häufig als Anregung für nationale Standards herangezogen, wenn keine europäischen Vorgaben bestehen. Dies kann man unter anderem bei der Behandlung von Leasingverträgen oder Pensionen beobachten.

EFAA-Präsident StB/WP Bodo Richardt betonte die Bedeutung der Studie: IFRS könnten nicht mehr nur losgelöst für kapitalmarktorientierte Unternehmen betrachtet werden: Der durch die Studie nachgewiesene Effekt bekräftige die Notwendigkeit, dass die Auswirkungen auf KMUs in den Entwicklungsprozess durch die Standardsetzer und bei der Übernahme der Regeln in europäisches Recht stärker berücksichtigt werden.

Jean-Philippe Rabin von der für Rechnungslegung zuständigen Generaldirektion für Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion (FISMA) der EU-Kommission bestätigte dies. Er machte aber auch auf Chancen durch die Konvergenz für international operierende Konzerne aufmerksam. Gleichwohl seien die IFRS wesentlich komplexer und umfangreicher und könnten KMUs administrativ überfordern.

Der Direktor der für die Übernahme der IFRS in Europarecht verantwortliche European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) bekräftigte die Bedeutung bedarfsgerechter Rechnungslegungsvorschriften. Die im Jahresabschluss enthaltenen Informationen müssten sich an den Informationsbedürfnissen der Bilanzleser orientieren. Die Studie zeige, dass bei der Änderung der internationalen Rechnungslegungsstandards eine mögliche Übernahme in nationale Rechtsvorschriften beachtet werden müsse. Wichtig sei aber auch die Folgenabschätzung auf nationaler Ebene, um die Angemessenheit der Rechnungslegungsvorschriften einerseits und die bürokratische Entlastung andererseits sicherzustellen.

Weitergehende Untersuchungen für besseres Verständnis notwendig
Für ein besseres Verständnis der Beweggründe der Mitgliedsstaaten für die Übernahme der internationalen Standards wurde von den Teilnehmern der Präsentation angeregt, gezielt die nicht umgesetzten Regelungen zu durchleuchten. Hieraus ließen sich Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der IFRS ziehen, beispielsweise in Bezug auf den administrativen Aufwand durch die Vorschriften.

Der DStV war an der Veranstaltung durch Vizepräsident StB/WP Marcus Tuschen und Europareferent StB René Bittner vertreten.

Stand: 10.4.2017