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Änderung von § 24b BS WP/vBP (Auftragsabwicklung) Entwurf „Vorstand der Wirtschaftsprüferkammer: Hinweis zur skalierten Prüfungsdurchführung auf Grundlage der ISA“

B 01/12 | 31.05.2012

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Vorbemerkung

Der DStV vertritt bundesweit die Interessen von über 34.000 Berufsangehörigen. Diese sind als Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Berufsgesellschaften in den uns angehörenden 15 Mitgliedsverbänden freiwillig zusammengeschlossen. Neben unserem Wirken auf steuer-, berufs- und wirtschaftsrechtlicher Ebene möchten wir uns zukünftig verstärkt im Bereich der mittelstandsorientierten Rechnungslegung einbringen. Die vorliegende Stellungnahme beschränkt sich auf die für unsere Mitglieder zentralen Fragestellungen.

Stellungnahme

Der Vorschlag des Beirats der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) zur Neufassung von § 24b Abs. 1 BS WP/vBP sowie die damit einhergehende Erarbeitung eines Hinweises zur skalierten Prüfungsdurchführung auf Grundlage der ISA ist insgesamt zu begrüßen. Dies gilt vor allem, als bereits Artikel 26 des Vorschlags der EU-Kommission für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Richtlinie 2006/43/EG über Abschlussprüfungen von Jahresabschlüssen und konsolidierten Abschlüssen (EU-Richtlinie) die Berücksichtigung der internationalen Prüfungsstandards (ISA) vorschreibt. Zugleich beinhalten Artikel 43a, 43b des Vorschlags der EU-Kommission die vereinfachte Prüfung von mittleren und kleinen Unternehmen.

Eine verpflichtende Durchführung von Abschlussprüfungen gemäß ISA ist jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gegeben, so dass bis zur Anwendung der ISA unseres Erachtens auf Seite 2 des Hinweises neben dem Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit ein Vermerk auf die derzeit geltenden IDW-Standards ergänzt werden sollte. Eine entsprechende Anmerkung zu den Gliederungspunkten 2. Grenzen des Hinweises (Seite 3, 2. Absatz) sowie 4. Grundlegende Skalierungsaspekte (Seite 4) wäre nur folgerichtig.

Zudem möchten wir bei der Darstellung der prozessorientierten Vorgehensweise auf Seite 9 des Hinweises folgende Modifikation vorschlagen:

„Bei der prozessorientierten Vorgehensweise erfolgt die Prüffeldfestlegung auf Grundlage der wesentlichen Unternehmensprozesse (z. B. Beschaffungsprozess: von der Bedarfsermittlung bis zur Warenbezahlung […]).“

Für die Formulierung auf Seite 10 des Hinweises zur IKS-Komponente Rechnungslegungsbezogenes Informationssystem (inkl. der damit verbundenen Geschäftsprozesse) sowie Kommunikation schlagen wir im zweiten Unterpunkt folgende Ergänzung vor:

„die fehlerhafte Verarbeitung von Geschäftsvorfällen zu erkennen und dann zu beheben“.

Weiterhin werden unter Abschnitt 6.1.2 Skalierungsaspekte im Rahmen des risikoorientierten Prüfungsansatzes (Seite 13) mögliche Ansätze für Skalierungsmaßnahmen dargestellt. Hierzu möchten wir anmerken, dass insbesondere die „erleichterte Gewinnung eines Verständnisses vom Mandaten und seines Umfeldes bei mehrjähriger Mandantenbeziehung bei gleichzeitig unveränderter kritischer Grundhaltung“ erfolgen sollte. Wir regen an, diese Ausführung in der entsprechenden Zwischenüberschrift aufzunehmen.

Gleichzeitig möchten wir hinsichtlich der Erläuterung des Aspekts Kontrollumfeld auf Seite 14 des Hinweises eine Präzisierung der Formulierung wie folgt vorschlagen:

„Die Einstellung, das Bewusstsein und die Maßnahmen der Geschäftsführung sind für das Verständnis des Abschlussprüfers auf der Grundlage des vorgefundenen Kontrollumfeldes einer kleineren Einheit von besonderer Bedeutung“.

Auf Seite 24 des Hinweises werden die Abschlussaussagen aufgeführt, die es mittels der im Rahmen der Abschlussprüfung erlangten Prüfnachweise auf Ihre Richtigkeit hin zu beurteilen gilt. An dieser Stelle möchten wir folgende Ergänzung zur Aussage ˈVollständigkeitˈ vorschlagen:

„Vollständigkeit (der Vermögensgegenstände, Schulden, Risiken, verlustfreie Bewertung, Aufwendungen und Erträgen)“.

Im Weiteren bedürfen auch die Ausführungen zu den Besonderheiten bei der Prüfung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit bei KMU (Seite 26 des Hinweises) unseres Erachtens einer Konkretisierung. Wir möchten daher folgende Formulierung vorschlagen:

„Gleichwohl muss der Abschlussprüfer die Fortführungsprognose der Geschäftsleitung unter Beachtung möglicher langfristiger Beschaffungs- und Absatzprozesse im Zusammenhang mit der Entwicklung und Fertigung entsprechender Kundenaufträge und deren Finanzierung beurteilen.“

Die auf Seite 26 des Hinweises gewählte Formulierung „Die laufende Unterstützung durch Gesellschafter-Geschäftsführer […]“ sollte unserer Auffassung nach präziser gefasst werden, indem der Begriff „Unterstützung“ durch die Begrifflichkeit „Kapitalersatzmaßnahme“ ausgefüllt wird. Auch ist an dieser Stelle ausdrücklich auf die Notwendigkeit zur Prüfung der Werthaltigkeit hinzuweisen.

Schließlich möchten wir anregen, auf Seite 29 des Hinweises noch stärker herauszuarbeiten, dass auch mündliche Erläuterungen ein Mindestmaß an Dokumentation nicht ersetzen können.

Der durch den Vorstand der Wirtschaftsprüferkammer erarbeitete Hinweis gibt den Berufsangehörigen unter Beachtung des Grundsatzes der Eigenverantwortlichkeit umfangreiche Hilfestellungen und Anleitung zur Skalierung der Prüfungsdurchführung. Die Ausführung und beispielhafte Unterlegung der einzelnen Skalierungsaspekte erfolgt dabei systematisch unter Berücksichtigung des Konzepts des risikoorientierten Prüfungsansatzes. Die hieraus resultierende logische und zielgerichtete Darstellung möglicher Ansätze für Skalierungsmaßnahmen ist unbedingt zu befürworten.

Nach Auffassung des DStV wird der vorbezeichnete Hinweis der Wirtschaftsprüferkammer zur Klärung vieler bislang offener Fragestellungen im Berufsstand beitragen.

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