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DStV-Stellungnahme zum Entwurf eines BMF-Schreibens: Lifo-Methode

Seit dem Urteil des BFH vom 20.6.2000 (Az. VIII R 32/98) bestehen in der Praxis erhebliche Unsicherheiten im Hinblick auf die Anwendungsvoraussetzungen zur Bewertung nach der Lifo-Methode. Bereits in seinem Leitsatz zu dieser Entscheidung hatte der BFH dargelegt, dass eine Bewertung nach der Lifo-Methode „… steuerrechtlich ausgeschlossen [sei], wenn … die Anschaffungskosten ohne weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgegenständen angesichts deren individueller Merkmale ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können.“ Vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts führen diese Ausführungen zu diversen Streitpunkten im Rahmen von Betriebsprüfungen. Konkrete Aussagen der Finanzverwaltung zur praktischen Handhabe des Urteils werden daher seit Langem erwartet.

In seiner Stellungnahme S 14/14 begrüßt der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) die Veröffentlichung des Entwurfs eines BMF-Schreibens zur Bewertung des Vorratsvermögens gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG - Lifo-Methode sowie die seitens der Finanzverwaltung dargelegte Sichtweise, wonach es für die Zulässigkeit der Lifo-Methode zur Bewertungsvereinfachung genügt, wenn durch den Einsatz von EDV-Systemen eine Einzelbewertung der Wirtschaftsgüter zwar möglich wäre, diese aber weiteren Aufwand oder weitere Rechen- oder Ermittlungsschritte erfordern würde. Der DStV fordert dennoch weitere sprachliche Klarstellungen für die Praxis. Insbesondere sollte im endgültigen BMF-Schreiben ergänzend enthalten sein, dass hierunter bspw. auch alle Kosten für den zusätzlichen manuellen Erfassungsaufwand in der Buchhaltung etc. fallen. Ebenso teilt der DStV die Meinung der Finanzverwaltung, dass der Gesetzgeber als Ziel der Lifo-Methode auch die Verhinderung der Besteuerung von Scheingewinnen hatte.

Stand: 5.12.2014