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Europäische Rechnungslegung für KMU – DStV wirkt an internationaler Konferenz in Warschau mit

Europäische Rechnungslegung für KMU – DStV wirkt an internationaler Konferenz in Warschau mitWie können die Rechnungslegungsvorschriften auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) und ihrer Stakeholder zugeschnitten werden? Dies war das Thema einer von der EFAA und ihrer polnischen Mitgliedsorganisation organisierten Konferenz am 28.6.2013 in der Warschauer Universität, auf der für den DStV sein Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Axel Pestke sprach. Der Präsident der Accountants Association in Poland (SKwP) Prof. Dr. Zbigniew Messner konnte hierzu rund 300 Teilnehmer aus ganz Polen und zahlreichen europäischen Ländern begrüßen. Nach Grußworten von Vertretern des polnischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums sowie des Präsidenten der EFAA Geoffrey Britton, wurden drei Panelsitzungen durchgeführt.

Die erste, unter Leitung von Frau Prof. Anna Karmanska, der stellvertretenden Präsidentin der polnischen Organisation und EFAA-Board-Mitglied, war der besonderen Rolle der kleinen und mittleren Unternehmen als treibende Kraft des regionalen, nationalen und internationalen Wirtschaftsgeschehens gewidmet. In der zweiten Panelsitzung ging es um die Erwartungen, welche die an KMU Interessierten an deren Jahresabschlüsse stellen. Geleitet wurde diese Sitzung von Frau Prof. Teresa Cebrowska, Vizepräsidentin der polnischen Organisation.

Die dritte Panelsitzung stand ganz im Zeichen einer internationalen Betrachtung. Dabei ging es u. a. um folgende Fragestellungen: Welche rechtlichen Regelungen bestimmen die Rechnungslegung für kleine und mittlere Unternehmen in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten? Gibt es Erleichterungsvorschriften, mit denen auf die besonderen Gegebenheiten kleiner und mittlerer Unternehmen Rücksicht genommen wird? Wie wird das gegenwärtige System von den an KMU Interessierten bewertet? Sind sie überwiegend zufrieden damit? Was vermissen sie ggf.? Wird das gegenwärtige System von den KMU eher als lästige Pflicht oder als Chance zur Gestaltung des eigenen wirtschaftlichen Erfolges betrachtet? Sind Änderungen in den nationalen Rechnungslegungsvorschriften für KMU geplant? Welche Ratschläge können aus dem nationalen Recht abgeleitet und zum Gegenstand eines vereinheitlichten europäischen Rechts gemacht werden? Die Leiterin der dritten Panelsitzung, Agnieszka Stachniak, stellvertretende Direktorin der Abteilung Rechnungslegung im polnischen Finanzministerium, wies einleitend darauf hin, dass die Konferenz zu dem bestmöglichsten Zeitpunkt stattfinde, weil soeben die Arbeiten an dem Implementierungsprozess der neuen EU-Rechnungslegungsvorschriften begonnen hätten.

Sodann berichteten Vertreter aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten über das in ihren Ländern geltende Bilanzrecht für kleine und mittlere Unternehmen, seine jeweiligen Stärken und Schwächen und stellten dar, welche positiven Aspekte ihres nationalen Rechts sie bei der anstehenden Reform der europäischen Rechnungslegungsvorschriften (4. und 7. Richtlinie) gerne berücksichtigt sähen. Es referierten der Präsident der EFAA, Geoffrey Britton, über Großbritannien, der frühere Präsident der EFAA, Philippe Arraou, über die Verhältnisse in Frankreich, EFAA-Geschäftsführer Federico Diomeda über Italien, Prof. Dr. Marcos Anton Renart, EFAA-Boardmitglied, über Spanien und DStV-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Axel Pestke über die Verhältnisse in Deutschland. Im Zuge der Vorträge wurden zahlreiche Einzelvorschläge geäußert, die nach den Worten der anwesenden Regierungsvertreter und des Präsidenten der polnischen EFAA-Mitgliedsorganisation SKwP sicher in die Überlegungen zur Reform der 4. und 7. Richtlinie einfließen werden. Darüber hinaus wurde deutlich, dass in allen beteiligten Staaten die KMU, teilweise sogar die Mikrounternehmen, den größten Teil der Unternehmen ausmachen. Hieraus leitet sich die Forderung ab, die Rechnungslegungsvorschriften so zu gestalten, dass sie in erster Linie auf den Bereich der KMU ausgerichtet sind.

Vor diesem Hintergrund bestand Übereinstimmung unter allen Konferenzteilnehmern, dass es eine weise Entscheidung war, die EFFA zu gründen und unter ihrem Dach europaweit den fachlichen Austausch über die Rechnungslegung gerade der kleinen und mittleren Unternehmen zu fördern und der Politik abgestimmte Anregungen zur Fortentwicklung dieses Rechtsgebiets zu unterbreiten.

Stand: 2.7.2013