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Änderungsantrag zum Entwurf einer neuen Bilanzierungsrichtlinie – Ausnahme der mittelgroßen Unternehmen von der Verpflichtung zur Abschlussprüfung

E 03/12 | 13.07.2012

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Sehr geehrter Herr Lehne,
sehr geehrter Herr Klinz,
sehr geehrter Herr Balz,

in der heutigen Sitzung des JURI-Ausschusses stehen unter anderem Änderungsanträge zum Entwurf einer neuen Bilanzierungsrichtlinie auf der Tagesordnung. Wir haben erfahren, dass der Vorschlag von Sajjad Karim, mittelgroße Unternehmen von der Prüfungspflicht auszunehmen, mittlerweile von einigen Abgeordneten unterstützt wird. Wir möchten noch einmal mit Nachdruck verdeutlichen, warum dieser Vorschlag aus unserer Sicht abzulehnen ist.

Mittelgroße Unternehmen haben für die Wirtschaft im Binnenmarkt und den grenzüberschreitenden Handel eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung und stellen eine große Zahl von Arbeitsplätzen. Diese Unternehmen aus der Prüfungspflicht herauszunehmen, verkennt den Wert der Abschlussprüfung und ihre Informations- und Beglaubigungsfunktion. Für die Aufsichtsorgane und die Anteilseigner ist es wichtig, dass sie ihre Entscheidungen, z.B. über Gewinnausschüttungen, Entlastung der Geschäftsführungsorgane und die Jahresabschlussfeststellung auf Basis geprüfter Jahresabschlüsse treffen. Gleiches gilt für Kreditgeber und große Auftraggeber, denen Jahresabschlüsse häufig freiwillig zur Verfügung gestellt werden. Auch für die Offenlegung gilt, je größer und wirtschaftlich bedeutend eine Gesellschaft ist, desto wichtiger ist, dass die publizierten Zahlen von einer unabhängigen Instanz geprüft sind und ihre Richtigkeit bestätigt wird.


Eine andere Frage ist, ob die derzeit geltenden Schwellenwerte für die Einordnung als mittelgroße Gesellschaft, unabhängig von der planmäßigen Anpassung, angehoben werden sollten. Gleichwohl bitten wir Sie, sich dafür einzusetzen, dass auch künftig durch die unabhängige Prüfung eine ordnungsgemäße Rechnungslegung mittelgroßer Gesellschaften garantiert wird.


Mit freundlichen Grüßen

gez.
Hans-Christoph Seewald
(Präsident)

gez.
Matthias Kschammer
(Referent für Europarecht)

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