Strategie-Meeting der German Tax Advisers in Brüssel

© DStV Die German Tax Advisers im Rat der EU

Zwei Tage verbrachten die German Tax Advisers in Brüssel. Im intensiven Dialog diskutierten sie über die Zukunft des Berufsstands in Europa. Es galt, die eigenen Positionen für die anstehende EU-Gesetzgebung zu schärfen und die Strategie festzulegen. Gleichzeitig tauschten Sie sich mit Vertretern der drei EU-Institutionen, EU-Parlament, Rat der EU und EU-Kommission, aus.

Zwei Tage Brüssel – ohne Grand Place oder Manneken Pis. Stattdessen Meeting-Räume im Europaviertel. Der Präsident des Deutschen Steuerberaterverbands e.V. (DStV), Torsten Lüth und der Präsident der Bundessteuerberaterkammer (BStBK), Prof. Dr. Hartmut Schwab sowie die Vizepräsidenten Christian Böke und Marcus Tuschen (jeweils DStV) sowie Volker Kaiser und Holger Stein (jeweils BStBK) waren die Teilnehmer des Koordinierungskreises Europa der German Tax Advisers (GTA). Die GTA sind die Kooperation des DStV und der BStBK in Brüssel.

One Voice in Brüssel
Im Fokus standen die Abstimmung der gemeinsamen Positionen der GTA zu den anstehenden EU-Gesetzgebungsverfahren, insbesondere mit Bezug zum Berufsgeheimnis und den Meldepflichten des Berufsstands.
Dabei wurden grundlegende Positionen geschärft und strategisch auf die zukünftigen Entwicklungen der EU-Gesetzgebung ausgerichtet. Damit stellt sich der Berufsstand geschlossen und zukunftsorientiert auf – mit einer klaren Botschaft für Brüssel: Steuerberater sind und bleiben ein unabhängiger Beruf und eine wichtige Säule des EU-Binnenmarkts.

Brüsseler Gesprächsreihe
Zudem führten die GTA Gespräche mit Entscheidungsträgern in der Europäischen Union.
© DStV v.r.n.l. DStV-Präsident Torsten Lüth, MdEP Moritz Körner, BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab
Im Austausch mit dem Europaabgeordneten Moritz Körner (FDP) stand die Forderung nach spürbarer Entlastung von Steuerpflichtigen und Beratern im Mittelpunkt. Dabei sprachen sich Lüth und Schwab gegen weitere Belastungen des Berufsstands durch die Verabschiedung sog. delegierter Rechtsakte im Rahmen des EU-Anti-Geldwäsche-Pakets aus. Sowohl die Verpflichtungen des Berufsstands zur Meldung und zum Monitoring als auch die Vorgaben für die Aufsicht der Kammern drohen dort in die Unverhältnismäßigkeit abzudriften.

Im Rat der EU trafen sich die GTA mit Thomas Westphal, dem Generaldirektor des ECOFIN-Ministerrats. Neben wertvollen Einblicken in die Meinungsfindungs- und Entscheidungsprozesse im Rat standen die Stellung der Steuerberater als unabhängiges Organ der Steuerrechtspflege sowie die Bedeutung des Berufsgeheimnisses im Mittelpunkt. Auch die fortschreitende Vertiefung des EU-Binnenmarkts und die Omnibus-Initiativen zum Bürokratieabbau wurden intensiv erörtert.

Den Abschluss bildete ein Gespräch mit Reinhard Biebel, Referatsleiter für direkte Steuern und Steuerkoordinierung bei der EU-Kommission. Die GTA sprachen sich dabei nochmals dafür aus, dass die Meldepflicht grenzüberschreitender Steuergestaltung dem Steuerpflichtigen obliegen sollte - und nicht dem Steuerberater. Außerdem müsse das Berufsgeheimnis der Steuerberater in Deutschland im gleichen Maße Berücksichtigung finden wie dasjenige der Rechtsanwälte.

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