Gemeinsam für KMU und Berufsstand: BStBK und DStV fordern Kurswechsel im Steuervollzug



Immer mehr Mitwirkungspflichten, immer mehr Daten – aber zu wenig Entlastung für Unternehmen und ihre Berater. Gemeinsam setzen sich BStBK und DStV deshalb für einen modernen Steuervollzug ein. Damit sollen Unternehmen und Berufsstand spürbar entlastet werden.

Ob E-Bilanz, E-Rechnung oder standardisierte Buchführungsdaten. Die Anforderungen an Unternehmen und Berufsstand nehmen stetig zu. Die daraus resultierenden Vorteile kommen in der Regel allein der Finanzverwaltung zugute. Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) haben deshalb gemeinsam ein Forderungspapier an Politik und Verwaltung gerichtet. Darin verlangen sie einen kooperativen, rechtssicheren und zügigen Steuervollzug.

Belastung für KMU besonders hart
Gerade kleine und mittlere Unternehmen treffen die zusätzlichen Anforderungen besonders hart. Sie verfügen regelmäßig weder über eigene Steuerabteilungen noch über umfangreiche IT- und Compliance-Strukturen. Hier kommen Steuerberaterinnen und Steuerberater ins Spiel: Für viele KMU übernehmen sie eine zentrale Beratungs-, Kontroll- und Compliance-Funktion. Als unabhängige Organe der Steuerrechtspflege leisten sie zugleich einen unverzichtbaren Beitrag zu einer gesetzmäßigen Steuererhebung.

Auf Seiten der Finanzverwaltung bleiben lange Bearbeitungszeiten, uneinheitlichen Verfahren und nicht ausgeschöpfte Digitalisierungspotenziale bestehen. Hinzu kommt ein vielfach von grundsätzlichem Misstrauen geprägter Steuervollzug. Die Folge sind erhebliche Belastungen und langanhaltende Rechtsunsicherheit.

Verbesserungen dringend nötig
BStBK und DStV sind sich einig: Diese Entwicklung darf so nicht weitergehen. Mehr Daten müssen auch zu einfacheren und schnelleren Verfahren führen, Doppelarbeit vermeiden und Unternehmen sowie Berufsstand entlasten. Sie stellen in dem gemeinsamen Forderungspapier klar: KMU dürfen keine Tax-CMS-Anforderungen treffen, die auf Großunternehmen zugeschnitten sind. Kooperation und Risikoorientierung müssen bei Betriebsprüfungen deutlich mehr Gewicht erhalten. Zugleich braucht es verbindliche Prüfungserleichterungen und frühere Rechtssicherheit. Nur so entsteht ein ausgewogener Steuervollzug, von dem Finanzverwaltung, Unternehmen und ihre Berater gleichermaßen profitieren.

Gemeinsam für einen modernen Steuervollzug
BStBK und DStV übermittelten das gemeinsame Forderungspapier heute an Vertreter der Finanzverwaltung aus Bund und Ländern sowie an Finanzpolitiker des Bundestages. Das Papier wird damit in den kommenden Monaten die Grundlage für weitere Anstrengungen zur Verbesserung des Steuervollzugs.

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